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Hashtags für lokale Unternehmen: weniger, aber gezielter

Hashtags sind nicht mehr das Wundermittel, als das sie lange galten, aber für lokale Betriebe bleiben sie ein nützliches Werkzeug. Seit Instagram die Zahl auf fünf pro Beitrag begrenzt hat, kommt es auf die Auswahl an. Die Faustregel: ein bis zwei Ortsangaben, ein bis zwei Branchenbegriffe, ein Thema des Beitrags.

Strategie7 Min. LesezeitAktualisiert 10.10.2026

Was sich bei Hashtags geändert hat

Lange Zeit durften unter einem Beitrag bis zu 30 Hashtags stehen, und viele Konten haben diese Grenze ausgereizt. Inzwischen hat Instagram die Zahl deutlich eingeschränkt. Stand Herbst 2026 sind es höchstens fünf Hashtags pro Beitrag, und das gilt nach bisherigen Berichten auch für Hashtags im ersten Kommentar. Die Regeln können sich wieder ändern, schau also gelegentlich in die aktuelle Instagram-Hilfe.

Der Hintergrund: Instagram empfiehlt Inhalte heute vor allem über eigene Empfehlungssysteme, die erkennen, worum es in einem Beitrag geht. Hashtags sind dabei ein Hinweis unter vielen. Das heißt für dich:

  • Hashtags sind ein Etikett, kein Turbo. Sie helfen Instagram zu verstehen, wo und worum es geht.
  • Relevanz schlägt Reichweite. Ein Hashtag, unter dem nur ein paar tausend Beiträge aus deiner Stadt stehen, kann für dich wertvoller sein als einer mit vielen Millionen Beiträgen weltweit.
  • Gute Inhalte bleiben das Wichtigste. Kein Hashtag rettet einen Beitrag, den niemand interessant findet.

Die drei Arten von Hashtags für lokale Betriebe

ArtWozuBeispiele
Orts-HashtagsMenschen aus deiner Gegend erreichen#dresden, #dresdenneustadt, #leipzigplagwitz, #münsterland
Branchen-HashtagsZeigen, was du machst#friseur, #tischlerei, #blumenladen, #physiotherapie
Themen-HashtagsDen konkreten Inhalt des Beitrags beschreiben#balayage, #einbauküche, #hochzeitsstrauß, #sauerteig

Kombinationen aus Ort und Branche sind besonders nützlich, weil sie genau das abbilden, wonach Menschen suchen: #friseurdresden, #cafeleipzig, #elektrikerhamburg. Prüfe vorher in der Instagram-Suche, ob es solche Hashtags gibt und ob dort echte, passende Beiträge stehen.

Eigene Marken-Hashtags wie #baeckereisommer sind optional. Sie lohnen sich vor allem, wenn auch Kunden sie nutzen sollen, etwa bei einer Fotoaktion. Für den Alltag ist ein Platz für deinen Marken-Hashtag oft schlechter investiert als in einen Ortsbegriff.

Schritt für Schritt: deine Hashtag-Sets finden

  1. Orte sammeln. Schreib deine Stadt, deinen Stadtteil und gegebenenfalls die Region auf. Bei kleinen Orten kann der nächstgrößere Ort oder der Landkreis sinnvoll sein.
  2. Branchenbegriffe sammeln. Wie würden Kunden dich beschreiben? Nicht „Haarstudio für kreative Schnitte“, sondern „Friseur“.
  3. In der Suche prüfen. Gib jeden Begriff in die Instagram-Suche ein und schau dir die Beiträge an. Passen sie zu dir? Stammen sie aus deiner Gegend? Ist der Hashtag nicht nur voller Werbung?
  4. Themenbegriffe pro Säule sammeln. Für jedes deiner wiederkehrenden Themen zwei bis drei passende Begriffe, etwa für einen Gartenbaubetrieb: #rasenpflege, #heckenschnitt, #terrassenbau.
  5. Sets bauen. Lege dir drei bis fünf Kombinationen aus je fünf Hashtags in einer Notiz ab, eine pro Themenbereich.
  6. Pro Beitrag anpassen. Nimm das passende Set und tausche den Themen-Hashtag gegen den, der genau zum Beitrag passt.

Beispiel-Sets für verschiedene Branchen

Die Beispiele zeigen das Prinzip. Ersetze die Orte durch deine eigenen und prüfe jeden Hashtag vor der Nutzung.

Café in Leipzig, Beitrag über neues Frühstück

#leipzig #leipzigsüdvorstadt #cafeleipzig #frühstück #brunch

Elektriker in Freiburg, Beitrag über Wallbox-Installation

#freiburg #elektrikerfreiburg #elektroinstallation #wallbox #elektromobilität

Nagelstudio in Köln, Beitrag über Herbstfarben

#köln #kölnehrenfeld #nagelstudioköln #gelnägel #herbstnägel

Garten- und Landschaftsbau im Allgäu, Beitrag über Natursteinmauer

#allgäu #kempten #gartenbau #natursteinmauer #gartengestaltung

Hundesalon in Hannover, Beitrag über Pflege im Fellwechsel

#hannover #hundesalonhannover #hundepflege #fellwechsel #hundefriseur

Auffällig: Jedes Set enthält mindestens einen Ort. Für lokale Betriebe ist das der wichtigste Teil, denn Kunden aus 500 Kilometer Entfernung bringen dir meist wenig.

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Wo Hashtags stehen sollten

  • Am Ende der Caption: nach dem Call to Action, mit einer Leerzeile Abstand. So stören sie den Lesefluss nicht.
  • Im Text eingebaut: Ein Hashtag kann auch mitten im Satz stehen, etwa „Unser #Sauerteig ruht 48 Stunden“. Das wirkt natürlich, sollte aber die Ausnahme sein.
  • Im ersten Kommentar: früher ein beliebter Trick. Da Hashtags im ersten Kommentar nach bisherigen Informationen zur Grenze mitzählen, bringt das keinen Vorteil mehr.
  • In Stories: Hier kannst du einen Hashtag-Sticker oder einen Standort-Sticker verwenden. Der Standort ist für lokale Betriebe oft sogar wichtiger als ein Hashtag.

Apropos Standort: Markiere bei Beiträgen deinen Laden oder deine Stadt als Ort. Das ist eine zusätzliche, kostenlose Möglichkeit, lokal gefunden zu werden, und belegt keinen Hashtag-Platz. Mehr Ideen für lokale Reichweite findest du im Artikel Lokale Sichtbarkeit auf Instagram.

Fehler, die du vermeiden solltest

FehlerWarum problematischBesser
Riesige Allgemein-Hashtags wie #love oder #instagoodKeine lokale Zielgruppe, dein Beitrag geht unterOrts- und Branchenbegriffe
Mehr als fünf HashtagsKann nach aktuellen Regeln zu Problemen beim Veröffentlichen oder geringerer Sichtbarkeit führenHöchstens fünf, sorgfältig gewählt
Immer exakt dieselben fünfPasst nicht zu jedem InhaltFeste Ortstags, wechselnde Themen-Tags
Hashtags ohne Bezug zum BeitragWirkt wie Spam und enttäuscht SuchendeNur, was wirklich im Bild oder Text vorkommt
Fremde Markennamen als HashtagKann irreführend oder rechtlich heikel seinNur verwenden, wenn ein echter Bezug besteht
Unleserliche Wortketten#bestefriseurinderinnenstadtvonbremen findet niemandKurze, gängige Begriffe

Hashtags prüfen und regelmäßig aufräumen

Ein Hashtag-Set ist keine Entscheidung fürs Leben. Begriffe verändern sich, neue Stadtteil-Hashtags entstehen, andere werden von Werbekonten überschwemmt. Ein kurzer Check alle drei Monate hält deine Sets frisch.

So gehst du beim Check vor

  1. Jeden Hashtag einmal antippen. Schau dir die neuesten Beiträge darunter an. Sind sie aus deiner Region, aus deiner Branche, von echten Menschen? Oder findest du dort hauptsächlich Gewinnspiele, Werbung und fremdsprachige Beiträge ohne Bezug?
  2. Auf Warnhinweise achten. Manche Hashtags werden von Instagram eingeschränkt, etwa weil sie für unpassende Inhalte missbraucht wurden. Wenn bei einem Hashtag kaum aktuelle Beiträge angezeigt werden oder ein Hinweis erscheint, nimm ihn aus deinem Set.
  3. Eigene Statistiken vergleichen. Bei professionellen Konten siehst du zu jedem Beitrag, wie Menschen ihn gefunden haben. Wenn bei Beiträgen mit einem bestimmten Set auffällig viele Nicht-Follower dabei sind, behalte es.
  4. Saisonale Begriffe ergänzen. Für Weihnachtsmärkte, Abiball-Saison, Grillzeit oder Schulanfang gibt es oft lokale Begriffe, die nur in bestimmten Wochen Sinn ergeben. Leg sie dir als zusätzliches Saison-Set an.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein Blumenladen in einer mittelgroßen Stadt nutzt im Alltag Stadt, Stadtteil, „blumenladen“ und zwei Themenbegriffe. Im Frühjahr ergänzt er für einige Wochen einen Begriff zur Hochzeitssaison, im Advent einen zu Adventskränzen. Der Ortsteil bleibt immer drin, denn genau dort wohnen die Menschen, die tatsächlich vorbeikommen. So bleibt das Set klein, passt aber zur Jahreszeit. Saisonale Themen für dein ganzes Jahr findest du im Artikel Saisonale Content-Ideen.

Hashtags ohne Recherche-Aufwand

Wenn du die Recherche nicht bei jedem Beitrag neu machen willst, reicht die Notiz mit deinen festen Sets völlig aus. Einmal eine halbe Stunde investiert, danach kostet jeder Beitrag nur noch Sekunden.

In Pocket Creator werden Hashtags automatisch passend zu Branche und Beitrag mitgeliefert, zusammen mit Bild und Caption. Wenn du bei der Einrichtung deine Homepage einliest, kennt die App deine Leistungen und deinen Schwerpunkt besser. Du kannst die Caption samt Hashtags anschließend bearbeiten und zum Beispiel deinen Stadtteil ergänzen. Wie die App deine Website nutzt, beschreibt die Hilfeseite Homepage einlesen.

Hashtags sind nur ein kleiner Teil eines guten Beitrags. Wichtiger sind ein Einstieg, der aufhält, und ein Text, der hilft. Dafür lohnen sich die Artikel Hook schreiben und Caption schreiben.

Häufige Fragen

Wie viele Hashtags darf man auf Instagram verwenden?

Stand Herbst 2026 erlaubt Instagram höchstens fünf Hashtags pro Beitrag. Früher lag die Grenze bei 30. Prüfe gelegentlich die aktuelle Instagram-Hilfe, da sich Regeln ändern können.

Bringen Hashtags überhaupt noch etwas?

Sie sind weniger wichtig als früher, helfen aber weiterhin bei der Einordnung eines Beitrags. Für lokale Betriebe sind Orts- und Branchen-Hashtags am nützlichsten.

Sollte ich Hashtags in den ersten Kommentar schreiben?

Nach aktuellem Stand zählen Hashtags im ersten Kommentar zur Grenze mit. Einen Vorteil bringt das daher nicht, am Ende der Caption sind sie genauso gut aufgehoben.

Brauche ich einen eigenen Firmen-Hashtag?

Nicht unbedingt. Ein Marken-Hashtag lohnt sich vor allem, wenn auch Kunden ihn verwenden sollen, etwa bei Aktionen. Im Alltag sind Ortsbegriffe oft wertvoller.

Ist der Standort wichtiger als Hashtags?

Für lokale Betriebe ist die Standortmarkierung eine sinnvolle Ergänzung, weil sie den Beitrag einem Ort zuordnet, ohne einen Hashtag-Platz zu verbrauchen.

Gelten Hashtags auch in Reels?

Ja, Hashtags kannst du auch in der Beschreibung von Reels verwenden, und es gilt dieselbe Begrenzung. Wähle auch hier Orts- und Themenbegriffe statt allgemeiner Trend-Hashtags.

Luis BenzGründer von Pocket Creator, Dresden. Baut Werkzeuge, mit denen kleine Betriebe ohne Agentur auf Instagram sichtbar werden.

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