Was ein Hook ist und warum er so viel ausmacht
Im Feed sieht man von deiner Caption nur den Anfang, bei einem Reel nur die ersten Sekunden, bevor der Daumen weiterwischt. In diesem kurzen Moment muss klar werden: Das hier betrifft mich. Genau das ist die Aufgabe des Hooks.
Ein Hook ist dabei kein Werbespruch. Er ist eher die Antwort auf die Frage, die sich ein Mensch beim Scrollen stellt: „Warum sollte ich jetzt anhalten?“ Drei Dinge bringen Menschen zum Anhalten:
- Selbsterkennung: „Das bin ja ich.“ Zum Beispiel: „Dein Rasen ist im August braun, obwohl du jeden Abend sprengst?“
- Neugier: „Das will ich wissen.“ Zum Beispiel: „Der Grund, warum dein Brot zu Hause nie so knusprig wird wie beim Bäcker.“
- Ergebnis: „So will ich das auch.“ Zum Beispiel: „Aus einem dunklen Flur wurde in zwei Tagen ein heller Eingang.“
Ein Hook funktioniert nur, wenn danach hält, was er verspricht. Wer mit einer Frage lockt und sie dann nicht beantwortet, verliert Vertrauen.
Die 7 Hook-Muster mit Beispielen
1. Die Problemfrage
Sprich ein Problem an, das deine Zielgruppe kennt.
- „Deine Fliesenfugen sind grau, obwohl du sie ständig putzt?“ (Fliesenleger)
- „Deine Haare sind nach dem Färben strohig?“ (Friseur)
2. Der Fehler
Zeig einen verbreiteten Fehler auf. Menschen wollen wissen, ob sie ihn auch machen.
- „Der häufigste Fehler beim Streichen passiert, bevor du den Pinsel in die Hand nimmst.“ (Maler)
- „Diesen Fehler sehen wir bei fast jedem Hund mit verfilztem Fell.“ (Hundesalon)
3. Das Ergebnis vorneweg
Beginne mit dem Ende der Geschichte.
- „Vom Gehstock zurück aufs Fahrrad: so lief die Reha nach dem Knie-Eingriff.“ (Physiotherapie, nur mit Einwilligung und ohne Heilversprechen)
- „Diese Hochzeitstorte hat drei Stockwerke und kein Gramm Fondant.“ (Konditorei)
4. Der Blick hinter die Kulissen
Zeig, was Kunden sonst nie sehen.
- „So sieht unsere Backstube um vier Uhr morgens aus.“ (Bäckerei)
- „Das passiert mit deinem Auto, bevor wir die erste Schraube lösen.“ (Kfz-Werkstatt)
5. Die überraschende Aussage
Widersprich einer gängigen Annahme, aber nur, wenn du es begründen kannst.
- „Mehr Dünger macht deinen Rasen nicht grüner.“ (Garten- und Landschaftsbau)
- „Teure Pinsel sind nicht der Grund für streifenfreie Wände.“ (Maler)
6. Die konkrete Zahl
Zahlen geben Struktur, solange sie stimmen.
- „3 Dinge, die du vor dem Termin beim Steuerberater sortieren solltest.“ (Steuerberatung)
- „5 Pflanzen, die auch auf einem Nordbalkon blühen.“ (Blumenladen)
7. Die direkte Ansprache einer Gruppe
Nenne die Menschen, für die der Beitrag gedacht ist.
- „Für alle, die zum ersten Mal ein Haus kaufen.“ (Immobilienmakler)
- „An alle, die seit Wochen sagen: Ich fang Montag mit dem Training an.“ (Fitnessstudio)
So entwickelst du deinen eigenen Hook in 5 Minuten
- Schreib das Thema in einem Satz auf. Zum Beispiel: „Warum man Holzfenster alle paar Jahre streichen sollte.“
- Frag dich, wer davon betroffen ist. Hausbesitzer mit alten Holzfenstern.
- Finde das Gefühl dahinter. Sorge vor teurem Austausch.
- Schreib drei Varianten nach verschiedenen Mustern.
- Problemfrage: „Die Farbe an deinen Holzfenstern blättert ab?“
- Fehler: „Dieser Fehler macht aus einem Anstrich einen teuren Fenstertausch.“
- Ergebnis: „Diese Fenster sind 60 Jahre alt und sehen aus wie neu.“
- Wähle die Variante, die du selbst anklicken würdest. Lies alle drei laut vor. Meist ist die kürzeste und konkreteste die beste.
Mit etwas Übung geht das in wenigen Minuten. Viele Betriebe sammeln gute Hooks in einer Notiz auf dem Handy und greifen darauf zurück, wenn es schnell gehen muss.
15 Hook-Vorlagen zum Ausfüllen
Ersetze die Klammern durch dein Thema. So hast du in Sekunden einen Rohentwurf, den du anschließend noch feinschleifst.
- „Dein [Problem]? Das liegt oft an [Ursache].“
- „Der häufigste Fehler bei [Tätigkeit].“
- „So sieht [Ort] aus, bevor die ersten Kunden kommen.“
- „[Zahl] Dinge, die du vor [Anlass] wissen solltest.“
- „Für alle, die [Situation].“
- „Warum wir [ungewöhnliche Entscheidung] machen.“
- „Vorher: [Zustand]. Nachher: [Ergebnis].“
- „Das fragen uns Kunden fast jede Woche: [Frage]“
- „[Annahme]? Stimmt so nicht.“
- „Was in [Zeitraum] aus [Ausgangslage] geworden ist.“
- „Woran du erkennst, dass [Gegenstand] [Handlung] braucht.“
- „Ein Tag mit [Person] aus unserem Team.“
- „Das kostet [Leistung] wirklich, und warum.“
- „Bevor du [teure Entscheidung], schau dir das an.“
- „Unser Lieblingstrick für [Alltagssituation].“
Beispiel aus Vorlage 11 für eine Dachdeckerei: „Woran du erkennst, dass dein Dach nach dem Sturm einen Check braucht.“ Aus Vorlage 13 für ein Kosmetikstudio: „Das kostet eine Wimpernverlängerung wirklich, und warum.“ Bei Preisangaben gilt: Nenne nur, was du auch tatsächlich so anbietest.
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Hook im Bild, in der Caption und im Reel
Der Hook kann an drei Stellen stehen, und oft lohnt es sich, ihn doppelt zu setzen.
| Stelle | Worauf es ankommt | Beispiel Café |
|---|---|---|
| Text im Bild | Sehr kurz, groß, gut lesbar, höchstens etwa sieben Wörter | „Unser Geheimnis: 48 Stunden Teigruhe“ |
| Erste Zeile der Caption | Ein vollständiger Satz, der den Bildtext ergänzt | „Warum unsere Croissants so luftig sind, hat nichts mit Zauberei zu tun.“ |
| Erste Sekunden im Reel | Bild und gesprochener oder eingeblendeter Satz zeigen sofort, worum es geht | Nahaufnahme vom Aufbrechen eines Croissants, Einblendung „So entstehen 27 Schichten“ |
Bei Bilderreihen übernimmt das erste Bild die Rolle des Hooks. Wie du eine gute Bilderreihe aufbaust, steht im Artikel Carousel-Posts.
Wichtig für Text im Bild: Zahlen, die dort stehen, müssen stimmen. „27 Schichten“ schreibst du nur, wenn du sie wirklich gezählt hast.
Diese Hooks solltest du vermeiden
- Leere Ankündigungen: „Neuer Post!“, „Es gibt Neuigkeiten!“, „Heute mal was anderes.“ Sie sagen nichts über den Inhalt.
- Floskeln: Sätze wie „Kennst du das?“ ohne konkreten Inhalt dahinter. Besser direkt das Problem nennen.
- Clickbait: „Du wirst nicht glauben, was dann passiert ist.“ Funktioniert kurzfristig, kostet aber Vertrauen, wenn der Inhalt nicht hält.
- Unbelegte Superlative: „Der beste Friseur der Stadt“ ist abgenutzt und kann rechtlich heikel sein, wenn du es nicht belegen kannst.
- Erfundene Zahlen: „9 von 10 Kunden …“ ohne echte Erhebung ist irreführend.
- Heilversprechen: In Gesundheitsberufen sind Aussagen wie „Nie wieder Rückenschmerzen“ problematisch. Hier gelten besondere Werberegeln. Keine Rechtsberatung, im Zweifel Kammer oder Fachanwalt fragen.
- Immer dasselbe Muster: Wenn jeder Beitrag mit einer Frage startet, stumpfen deine Follower ab. Wechsle zwischen den Mustern.
Hooks testen und verbessern
Welche Hooks bei deinem Publikum funktionieren, findest du nur durch Ausprobieren heraus. Ein einfaches Vorgehen:
- Muster notieren. Schreib bei jedem Beitrag in deine Planung, welches der sieben Muster du verwendet hast.
- Nach vier bis sechs Wochen vergleichen. Welche Beiträge wurden am häufigsten gespeichert, geteilt oder kommentiert?
- Gewinner-Muster öfter nutzen. Aber nicht ausschließlich, sonst nutzt es sich ab.
- Erfolgreiche Themen neu verpacken. Ein Pflegetipp, der gut lief, kann ein paar Monate später mit einem anderen Hook wiederkommen.
Zahlen sind dabei nur ein Teil. Achte auch darauf, ob Kunden dich auf bestimmte Beiträge ansprechen. Ein Satz wie „Ich hab deinen Tipp mit dem Nagelöl ausprobiert“ ist ein klares Zeichen, dass der Hook getroffen hat. Wie du Instagram-Statistiken sinnvoll liest, erklärt der Artikel Instagram-Zahlen verstehen.
Hook-Vorschläge per App
Wenn du dich nicht jedes Mal neu hinsetzen willst, kann dir eine App Vorschläge liefern. In Pocket Creator bekommst du beim Erstellen eines Einzelbilds bis zu 15 Stil-Vorschläge für deine Branche, jeweils mit einem Beispiel-Hook. Im Free-Tarif siehst du davon drei. Bild und Caption entstehen dann in etwa ein bis zwei Minuten. Wie das abläuft, steht auf der Hilfeseite Einzelbild erstellen.
Auch mit Vorschlägen gilt: Lies den Hook kritisch. Passt er zu dir, stimmt jede Aussage, würdest du so mit einem Kunden sprechen? Wenn nicht, ändere ihn. Der beste Hook ist der, hinter dem du stehst. Den restlichen Text baust du dann wie im Artikel Caption schreiben beschrieben auf und schließt mit einer klaren Handlungsaufforderung.
Häufige Fragen
Was ist ein Hook auf Instagram?
Ein Hook ist der Einstieg eines Beitrags, also die erste Zeile der Caption, der Text im Bild oder die ersten Sekunden eines Reels. Er soll Menschen beim Scrollen zum Anhalten bringen.
Wie lang sollte ein Hook sein?
So kurz wie möglich. Im Bild sind wenige Wörter ideal, in der Caption ein einzelner Satz, der im Feed vollständig sichtbar ist.
Sind Fragen als Hook gut?
Fragen funktionieren gut, wenn sie ein konkretes Problem ansprechen. Nutze sie aber nicht bei jedem Beitrag, sondern wechsle mit anderen Mustern ab.
Darf ich Zahlen in Hooks verwenden?
Ja, Zahlen geben Struktur und wecken Interesse. Sie müssen aber stimmen. Erfundene Statistiken sind irreführend und schaden deiner Glaubwürdigkeit.
Brauchen Reels einen anderen Hook als Bildbeiträge?
Das Prinzip ist gleich, aber im Reel muss der Hook sofort sichtbar oder hörbar sein, am besten kombiniert aus starkem Bild und kurzer Einblendung.
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