Was Content-Säulen sind und warum sie helfen
Stell dir dein Instagram-Profil wie ein kleines Magazin vor. Ein Magazin hat feste Rubriken: Titelgeschichte, Ratgeber, Porträt, Kleinanzeigen. Leser wissen, was sie erwartet, und die Redaktion weiß, was sie füllen muss. Content-Säulen sind genau diese Rubriken für deinen Kanal.
Sie helfen dir auf drei Ebenen:
- Für dich: Du musst nicht mehr überlegen, worüber du überhaupt posten könntest. Du suchst nur noch das nächste Beispiel innerhalb einer Säule.
- Für deine Follower: Sie erkennen nach einigen Wochen, wofür dein Kanal steht, und folgen dir aus einem klaren Grund.
- Für dein Geschäft: Jede Säule zahlt auf ein Ziel ein, etwa Vertrauen, Fachkompetenz oder Verkauf. So bleibt Instagram nicht reiner Zeitvertreib.
Ohne Säulen entsteht oft ein Zufallsprofil: drei Angebote, ein Hund, ein Sonnenuntergang, wieder ein Angebot. Wer zum ersten Mal vorbeischaut, versteht nicht, was du eigentlich machst.
Die vier Grundsäulen für kleine Betriebe
Die meisten erfolgreichen Unternehmenskanäle lassen sich auf vier Grundtypen zurückführen. Du musst nicht alle vier nutzen, aber sie sind ein guter Ausgangspunkt.
| Säule | Frage, die sie beantwortet | Typische Beiträge |
|---|---|---|
| Zeigen | Was kannst du? | Ergebnisse, Projekte, Produkte, Vorher-nachher |
| Helfen | Was weißt du? | Tipps, Anleitungen, Fehler vermeiden, Fragen beantworten |
| Menschen | Wer steckt dahinter? | Team, Gründer, hinter den Kulissen, Alltag |
| Angebot | Was kann ich jetzt kaufen oder buchen? | Neuheiten, Aktionen, freie Termine, Gutscheine |
Diese Grundsäulen machst du dann konkret für deinen Betrieb. „Helfen“ heißt beim Fahrradladen „Werkstatt-Tipps“, beim Kosmetikstudio „Hautpflege im Alltag“ und beim Steuerberater „Steuerwissen für Selbstständige“.
In fünf Schritten zu deinen eigenen Säulen
- Ziel klären. Was soll Instagram für dich leisten? Mehr Anfragen, mehr Laufkundschaft, mehr Bewerbungen, Stammkunden halten? Schreib es auf.
- Kundenwissen sammeln. Notiere die zehn Fragen, die dir Kunden am häufigsten stellen, und die drei Dinge, für die Kunden dich am meisten loben.
- Gruppieren. Sortiere die Fragen und Stärken in Gruppen. Meist ergeben sich drei bis vier Themenfelder von selbst.
- Benennen. Gib jeder Säule einen kurzen Namen, den du dir merken kannst. Zum Beispiel „Werkstatt“, „Wissen“, „Team“, „Angebot“.
- Testen. Schreib zu jeder Säule fünf konkrete Beitragsideen auf. Fällt dir für eine Säule nichts ein, ist sie zu eng oder passt nicht zu dir. Fallen dir zu einer Säule dreißig ein, ist sie vielleicht zu breit und lässt sich teilen.
Wichtig: Säulen sollten zu deinem Alltag passen. Wenn du kaum Fotos von deinem Team machen kannst, weil alle auf verschiedenen Baustellen sind, ist eine eigene Team-Säule schwer durchzuhalten. Dann gehören Menschen eben gelegentlich in die Säule „Zeigen“.
Beispiele aus fünf Branchen
Bäckerei
- Backstube: Handwerk, Teig, Ofen, frühe Morgenstunden
- Brotwissen: Sauerteig erklärt, richtig lagern, Unterschied zwischen Brotsorten
- Gesichter: Team, Verkäuferinnen, der Lehrling
- Diese Woche: Saisongebäck, Vorbestellungen, Feiertagsöffnungszeiten
Malerbetrieb
- Vorher-nachher: fertige Räume, Fassaden, Treppenhäuser
- Farbe verstehen: Farbwahl, Materialien, typische Fehler
- Baustellenalltag: Abkleben, Vorbereiten, Team
Personal Trainer
- Übungen: eine Übung pro Beitrag, richtig ausgeführt
- Mythen: was im Training oft falsch verstanden wird
- Mein Alltag: Trainingstage, Vorbereitung, Motivation
- Mitmachen: freie Plätze, Probetraining, Gruppenkurse
Steuerberatung
- Fristen und Termine: was bald ansteht, allgemein formuliert
- Steuerwissen: Begriffe erklärt, typische Fehler, Belege
- Kanzlei: Team, Ausbildung, Arbeitsweise
Blumenladen
- Strauß der Woche: Saisonblumen, Farbkombinationen
- Pflanzenpflege: Gießen, Standort, Schnitt
- Anlässe: Hochzeit, Trauer, Muttertag, Advent
- Hinter dem Tresen: Großmarkt am Morgen, Binden, Team
Mehr Anregungen für einzelne Branchen findest du zum Beispiel auf den Seiten für Bäckereien und Malerbetriebe.
Keine Zeit für Content?
Pocket Creator schreibt, gestaltet und plant deine Instagram-Posts. Kostenlos starten.
Säulen im Wochenrhythmus verteilen
Hast du deine Säulen, ordnest du sie deinen Posting-Tagen zu. Zwei Möglichkeiten:
Feste Tage pro Säule
Montag ist Wissen, Mittwoch ist Werkstatt, Freitag ist Angebot. Vorteil: Du weißt immer sofort, was dran ist. Nachteil: Bei zwei Beiträgen pro Woche kommt eine Säule zu kurz.
Rotation
Du gehst der Reihe nach durch die Säulen, unabhängig vom Wochentag. Bei vier Säulen und zwei Beiträgen pro Woche ist jede Säule alle zwei Wochen dran. Vorteil: flexibel. Nachteil: Du musst mitzählen.
| Woche | Beitrag 1 | Beitrag 2 |
|---|---|---|
| 1 | Zeigen | Helfen |
| 2 | Menschen | Angebot |
| 3 | Zeigen | Helfen |
| 4 | Menschen | Zeigen |
Säulen, die direkt auf dein Geschäft einzahlen, wie Zeigen und Helfen, dürfen öfter vorkommen. Angebote sollten nicht überwiegen. Wie du daraus einen Monatsplan machst, steht im Artikel Content-Plan erstellen.
Jede Säule mit passendem Format füllen
Säulen und Formate gehören zusammen. Manche Themen lassen sich am besten als Einzelbild zeigen, andere brauchen eine Bilderreihe oder Bewegung im Reel. Eine grobe Zuordnung hilft dir, Abwechslung in den Feed zu bringen, ohne nachzudenken.
| Säule | Passende Formate | Warum |
|---|---|---|
| Zeigen | Einzelbild, Bilderreihe mit Vorher-nachher | Ein starkes Ergebnisfoto spricht für sich, Abläufe brauchen mehrere Bilder |
| Helfen | Bilderreihe, Einzelbild mit Text | Schritte und Listen lassen sich gut auf mehrere Bilder verteilen und werden gern gespeichert |
| Menschen | Einzelbild, Reel, Story | Gesichter und Bewegung wirken persönlich |
| Angebot | Einzelbild, Story mit Link | Kurz, klar, mit eindeutiger Aufforderung |
Beispiel: eine Säule über einen Monat
Ein Hundesalon hat die Säule „Fellwissen“. Im Laufe eines Monats könnten darin erscheinen: eine Bilderreihe zum richtigen Bürsten je nach Felltyp, ein Einzelbild mit dem Hinweis, warum man doppeltes Fell im Sommer nicht einfach kurz scheren sollte, und ein kurzes Reel, das zeigt, wie Verfilzungen hinter den Ohren entstehen. Drei Beiträge, eine Säule, drei Formate. Für Follower wirkt das abwechslungsreich, für den Salon ist es ein klar umrissenes Thema, für das er Fotos ganz nebenbei im Arbeitsalltag sammeln kann.
Ob für dich eher Bildbeiträge oder Reels passen, vertieft der Artikel Reels oder Bildposts.
Häufige Fehler bei Content-Säulen
- Zu viele Säulen: Sieben Themenbereiche lassen sich bei zwei Beiträgen pro Woche nicht pflegen. Drei bis vier reichen.
- Zu allgemeine Säulen: „Interessantes“ oder „Sonstiges“ ist keine Säule.
- Nur Verkaufssäulen: „Angebote“, „Neuheiten“ und „Aktionen“ sind im Grunde eine einzige Säule.
- Säulen ohne Bezug zum Kunden: „Unsere Firmengeschichte“ als eigene Säule interessiert auf Dauer wenige. Als gelegentlicher Beitrag in „Menschen“ funktioniert sie.
- Nie überprüfen: Schau alle drei Monate, welche Säulen gut ankommen und welche kaum Reaktionen bekommen. Passe den Anteil an.
Ein letzter Praxistipp: Schreib deine Säulen auf einen Zettel und kleb ihn dorthin, wo du deine Beiträge planst, an den Bildschirm, in die Kasse, an die Werkstatttür. Wenn du im Alltag ein Motiv siehst, fragst du dich automatisch, in welche Säule es passt. Nach ein paar Wochen denkst du ganz selbstverständlich in diesen Rubriken, und das Sammeln von Ideen geht fast von allein.
Säulen als Grundlage für jeden Beitrag
Wenn deine Säulen stehen, wird jeder einzelne Beitrag leichter. Du nimmst eine Säule, suchst das aktuelle Beispiel aus deinem Alltag, und schreibst nach einem festen Aufbau. Ideen pro Säule findest du in den Artikeln Post-Ideen für kleine Unternehmen und Behind the Scenes.
Mit Pocket Creator lassen sich die Säulen gut kombinieren: Wenn du bei der Einrichtung deine Homepage einliest, erkennt die App deine Leistungen, deinen Schwerpunkt und deine Zielgruppe. Ab dem Pro-Tarif bekommst du einen Plan über vier Wochen mit je drei Vorschlägen, den du mit deinen Säulen abgleichen kannst. Passt ein Vorschlag nicht, ersetzt du ihn durch eine eigene Idee aus der Säule, die gerade dran ist. Mehr dazu auf der Hilfeseite Content-Plan.
Häufige Fragen
Was sind Content-Säulen?
Content-Säulen sind drei bis vier feste Themenbereiche, die du auf Instagram regelmäßig bespielst, zum Beispiel Ergebnisse zeigen, Wissen teilen, Menschen vorstellen und Angebote.
Wie viele Content-Säulen sind sinnvoll?
Für kleine Betriebe drei bis vier. Mehr lassen sich bei zwei bis drei Beiträgen pro Woche kaum gleichmäßig pflegen.
Wie oft sollte jede Säule vorkommen?
Das hängt von deinem Ziel ab. Häufig kommen Zeigen und Helfen am öftesten vor, Menschen etwa alle ein bis zwei Wochen und Angebote etwa bei jedem vierten bis fünften Beitrag.
Kann ich meine Content-Säulen später ändern?
Ja. Prüfe alle drei Monate, welche Säulen gut ankommen, und passe Anteile oder Themen an. Säulen sind ein Werkzeug, keine Verpflichtung.
Was ist der Unterschied zwischen Content-Säulen und einem Content-Plan?
Säulen legen fest, worüber du grundsätzlich sprichst. Der Content-Plan legt fest, welcher konkrete Beitrag an welchem Tag erscheint.
Brauche ich als Einzelunternehmer überhaupt Content-Säulen?
Gerade dann. Wer allein arbeitet, hat wenig Zeit zum Überlegen. Feste Säulen nehmen dir die Themenfrage ab und sorgen dafür, dass dein Profil trotzdem abwechslungsreich bleibt.
Weiterlesen
Content-Plan für Instagram erstellen: Ziel, Themen, Termine und Formate in sechs Schritten, mit Beispielmonat für ein Ca…
50 Post-Ideen für kleine Unternehmen50 Instagram-Post-Ideen für kleine Unternehmen, sortiert nach Ziel: Vertrauen, Fachwissen, Menschen, Verkauf, Community.…
Redaktionsplan-Vorlage für Instagram zum NachbauenRedaktionsplan-Vorlage für Instagram: alle Spalten erklärt, Beispielzeilen aus Handwerk und Gastro, Status-System und Ti…
Storytelling für kleine Unternehmen: So erzählst du auf Instagram, was dich ausmachtStorytelling für kleine Unternehmen: drei Erzählmuster, 12 Story-Ideen aus dem Betriebsalltag und wie du daraus Captions…
